Die Funktionen des Waldes

Wald bedeckt riesige Landteile in seinen vielfältigsten Erscheinungsformen – Europa ist ca. zu einem Drittel bewaldet und damit der waldreichste Kontinent der Erde, in Österreich sind insgesamt 48% der Fläche mit Wald bedeckt. Er erfüllt unzählige Funktionen, Menschen verfolgen unterschiedlichste Interesse in Bezug auf Wald und schreiben ihm diverseste Bedeutungen zu.

Laut dem Forstgesetz aus dem Jahr 1975 wurden in Österreich vier Funktionen des Waldes definiert. Dies dient vor allem dazu, den Wald als Lebensgrundlage zu erhalten und zu fördern. Hier braucht braucht es ein Bewusstsein für die Leistungen, die uns der Wald erbringt und einen Rechtsrahmen, der es ermöglicht diese Leistungen zu schützen.

Schutzfunktion

Die Schutzfunktion bezieht sich vor allem auf den Schutz vor Elementargefahren und schädigenden Umwelteinflüssen sowie die Erhaltung der Bodenkraft gegen Abschwemmung und Hangrutsch. Der Wald schützt immer entweder sich selbst oder uns Menschen bzw. unsere Infrastruktur oder unseren Wohnraum.

Es gibt Standortschutzwälder, welche sich selbst schützen. Hier handelt es sich um Wälder, deren Böden durch Wind, Wasser und Schwerkraft gefährdet sind. Sie liegen vor allem in felsigen und steilen Lagen oder sehr lockeren Böden.

Der Objektschutzwald oder Bannwald hingegen, schützt uns Menschen und unsere Objekte und Infrastruktureinrichtungen vor bestimmten Gefahren, wie Lawinen, Steinschlag, Felssturz.

Nutzfunktion

Die Nutzfunktion umfasst in erster Linie die Produktion von Holz als nachwachsenden Rohstoff und spielt in der Österreichischen Volkswirtschaft eine sehr wichtige Rolle. Dabei ist gesetzlich geregelt, dass der Rohstoff nachhaltig hervorgebracht werden muss – es darf nicht mehr geerntet werden, als im selben Zeitraum wieder nachwächst – und der Wald und dessen Boden nicht geschädigt werden dürfen. Der geerntete Rohstoff Holz findet dann vor allem als Baustoff im Bausektor oder als Biomasse in der Energieerzeugung, Verwendung.

Ein weiterer wichtiger Sektor ist die Herstellung von Papier, Pappe, Platten und Zellstoff. Daneben gibt es auch eine Reihe von Nichtholzprodukten und Dienstleistungen durch oder mit dem Wald. Einen großen Wertschöpfungsbereich stellen tierische und pflanzliche Nebenprodukte wie Christbäume, Wildbret, Pilze und Beeren, Harze, Waldhonig, Felle, Häute und Trophäen, dar. Zu den Dienstleistungen zählen Bereiche aus der Jagd und Fischerei und dem Tourismus – besonders stehen hier Freizeitaktivitäten wie Mountainbike- oder Reitwege im Vordergrund, aber auch pädagogische oder andere Freizeitangebote.

Wohlfahrtsfunktion

Die Wohlfahrtsfunktion bezieht sich auf den Einfluss des Waldes auf die Umwelt und den Nutzen, der dadurch für uns Menschen und die Gesellschaft entsteht. Hier ist vor allem die Ausgleichsfunktion des Waldes auf das Klima und die Wasserhaushalte, auf die Reinigung und Erneuerung von Luft und Wasser gemeint. Der Wald ist großer Sauerstoffproduzent und bindet große Mengen an Kohlendioxid, indem er es chemisch umwandelt. Für die Trinkwasserversorgung spielt der Wald eine tragende Rolle durch den Waldboden. Hier werden große Mengen an Wasser gefangen und gespeichert.

Erholungsfunktion

Mit der Erholungsfunktion ist gemeint, dass der Wald uns Menschen als Erholungs- und Freizeitraum dient. Der Wald wird zunehmend zum beliebtesten Erholungsraum, unabhängig von der Jahreszeit. Hier ist die Luft noch sauber und frisch, frei von Abgasen und Lärm. Es findet sich eine Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten und es gibt Pilze und Beeren zu sammeln. Außerdem wird der Wald immer öfter als Lehr- und Lernraum genutzt, in dem Seminare, Workshops oder Wanderungen angeboten werden.

Quelle: Krondorfer/Gasperl/Zöscher (2018): Zeitgemäße Waldwirtschaft.