Waldpädagogik

Die Wurzeln der Waldpädagogik liegen schon am Beginn des 20. Jahrhunderts und sind auf den Schweizer Heinrich Corray, der 1912 die erste Waldschule gründete, zurückzuführen. Trotzdem ist der Begriff der „Waldpädagogik“ ein junger, der erst seit Anfang der 1990er Jahre immer bekannter wird und heute voll im Trend liegt.

In Österreich wird die Waldpädagogik in erster Linie in der forstlichen Öffentlichkeitsarbeit verwendet, um eine “positive Imagepflege und Vertrauenswerbung für die Forstwirtschaft bzw. für den Forstsektor” zu machen. Der Wald wird als “bevorzugter Ort und beherrschendes Thema” (Voitleithner) genutzt. Allgemein gibt es aber keine einheitliche Begriffsdefinition für den Begriff der “Waldpädagogik”, für den synonym auch “waldbezogenen” oder “forstliche Umweltbildung” verwendet wird. Trotz der unterschiedlichen Definitionen und jeweiliger Schwerpunktsetzung, stimmt der Inhalt immer stark überein und es ist klar, dass Waldpädagogik als ein Teilgebiet zur Umweltpädagogik gehört. Im Zentrum steht das Erleben des Waldes mit allen Sinnen, was durch die Zusammensetzung verschiedener didaktischer und methodischer Zugänge ermöglicht wird.

Ziele

Bei Umweltbildung im Allgemeinen und waldbzogener Umweltbildung im Speziellen geht es nicht um Wissen an sich in erster Linie, sondern darum, Einstellungen zu Pflegen und ein Bewusstsein für die Umwelt zu bilden. Trotzdem ist die Verbindung zwischen Wissen und Einstellung hier besonders wichtig – es gilt „Nur was ich kenne, kann ich lieben und nur was ich liebe, kann ich schützen.“ So geht es in der Umweltbildung nicht um weniger als die Generationengerechtigkeit. Dafür werden Kenntnisse über ökologische Zusammenhänge vermittelt, vernetztes Denken gefördert und Bewusstsein für die Verbindung zwischen Mensch, Wald und Forstwirtschaft gebildet. Der Mensch wird als ein Teil des gesamten Ökosystems gesehen und dies wird auch so vermittelt.

„Nur was ich kenne, kann ich lieben und nur was ich liebe, kann ich schützen.“

Methode

Die Methode nach “Kopf, Herz und Hand” von Pestalozzi, bei der es um “Vermittlung durch Anschauung” geht, wurde von ihm selbst “als Mittel zur Lösung gesellschaftlicher Probleme” empfohlen und immer wieder aus seiner Gesamtpädagogik herausgelöst. Es steht nicht die reine Wissensvermittlung im Mittelpunkt, sondern eine Bildung von “Kopf, Herz und Hand”, auf der Grundlage der natürlichen Umwelt. Diese ganzheitliche Herangehensweise ist in der waldbezogenen Umweltbildung weit verbreitet und gilt als didaktisches Konzept, welches durch die Praxis der Waldpädagogik mit Inhalt gefüllt und einem modernen pädagogischen Konzept gerecht wird. Die Lernenden werden als ganze Person involviert, was es ihnen erleichtert, die Inhalte zu verstehen und zu verinnerlichen. Der Mensch lernt nicht nur kognitiv, also mit dem Kopf, sondern beansprucht durch die Nutzung von Herz und Hand sein gesamtes Selbst.

Quellen
Bolay/Reichle (2018): Handbuch der waldbezogenen Umweltbildung.
Lohri/Schwyter (2004): Treffpunkt Wald. Waldpädagogik für Forstleute.
Raithel/Dollinger/Hörmann (2007): Einführung Pädagogik.