Wie ist ein Baumstamm aufgebaut?

Wir alle wissen, wie ein Baumstamm aussieht – zumindest von Außen. Dabei wird es erst im Inneren richtig interessant, denn hier finden wir mehrere Schichten. Jede einzelne erfüllt eine Funktion und trägt so zum Wachstum und der Stabilität des Baumes bei.

Bäume können unter guten Umständen – und je nach Art – sogar mehrere hundert Jahre alt werden. Die Dicke/der Zuwachs eines Stammes hängt dabei nicht nur vom Alter des Baumes ab, sondern vor allem auch von einer Kombination u.a. des Standortes, der Nährstoffversorgung und den Wetterbedingungen. Die Menge an Holz, die ein Baumstamm zulegt, kann also von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich ausfallen. Das Alter des Baumes und der entsprechende Zuwachs lässt sich an den Jahresringen ablesen.

Du findest es ist gar nicht einfach die Jahresringe eines Baumes zu zählen?

Stimmt, zuallerst fallen nämlich nur die dunklen Ringe am Querschnitt auf. Ein Jahresring besteht allerdings aus dem sogenannten Frühholz (helle Färbung) und dem Spätholz (dunklere Färbung).

Frühholz: nennt man das nach der winterlichen Ruhephase im Frühjahr gebildete Holz. Wenn sich die neuen Triebe entwickeln, werden besonders weite Gefäße ausgebildet, um schnelle Wasserzufuhr zu ermöglichen d.h. der Baum legt viel und schnell an Holz zu.
Wachstumsphase: Mai – Juni

Spätholz: nennt man das gegen Ende der Vegetationszeit gebildete Holz. Holzzellen, die in dieser Jahreszeit entstehen, sind dickwandig und von dunkler Farbe. Der Baum wächst langsamer, weshalb auch der Spätholzanteil im Jahresring sehr viel geringer ist als der Frühholz-Anteil.
Wachstumsphase: August – Oktober

Aufbau des Baumstammes

Ein Baumstamm wächst immer von Innen nach Außen.

Kernholz
Als Kernholz wird der innerste Teil des Stammes bezeichnet. Kernholz ist inaktives, totes Holz und sorgt für die Stabiltät des Baumes.

Splintholz
Die Funktion des angrenzenden Splintholzes – bestehend aus lebenden Zellen – ist, Wasser und Nährstoffe von den Wurzeln bis in die Baumkrone zu leiten.

Kambium
Darauffolgend kommt das Kambium – eine dünne Zellschicht – welche auch als teilungsfähige Schicht bezeichnet wird.

Zwischen Rinde und Holzkörper liegt das Kambium, eine dünne Zellschicht, welche durch die jährliche Bildung eines Rinden- und eines Holzringes (Jahresring) für das Dickenwachstum sorgt. Der Jahresring besteht aus dem weitporigen, meist hellerem Frühholz und dem meist dunkleren Spätholz.

Zeitgemäße Forstwirtschaft, 2018, S. 29.

Bast + Borke = Rinde
Das Kambium bildet in der Vegetationsperiode nämlich Splint (weiches Holz) sowie Bast (lebendes, fasriges Gewebe unter der Borke). Es sorgt für das Dickenwachstum. Abschließend folgen noch Bast und Borke, die gemeinsam die schützende Rinde des Baumes bilden.

Rinde eines Kirschbaumes
Quellen: Krondorfer, Martin/Gasperl, Hubert/Zöscher, Johann (2018). Zeitgemäße Forstwirtschaft.
Graz: Leopold Stocker Verlag.